Zurück                    Dies Seite entsteht durch die freundliche Unterstützung durch Hr. Klaus Anders / Cottbus

 

                  KROITSCH

 

Der  Ortsname geht auf einen altslawischen Namen chrost zurück.

Aus der Mehrzahl dieses Wortes chrosty dürfte der Ortsname entstanden sein. Das Wort bedeutet Gestrüpp, Reisig, Gehölz, Kroitsch wird also der Ort an oder in einem Gehölz- oder Waldverhau gewesen sein. Überlieferte Namensformen:

1255 Crotoziz
1301 Crothosicz
1304 Crochositz
1314 Crotschicz
1316 Croczie                als Familienname
1317 Crotschicz                als Familienname
1317 Croczicz               als Familienname
1324 Croczicz                als Familienname
1335 Crotzicz
1363 Crochicz
1414 Kroitschütz
1464 Grotschitz
1484 Groschitz und Grotschitz

Ab 1500 tritt der Name immer in der hochdeutschen Form Kroitsch auf. Die mundartliche Form ist stets Krootsch gewesen. Latinisiert heißt unser Ort in Urkunden Chrototiane.

 

Die heutige polnische Schreibweise ist Krotoczyce,

 

Kroitscher Einwohner

Flurnamen, Haus- und Wegebezeichnungen im Dorfgebiet

 

Die Sammlung umfasst alle Bezeichnungen, die heute noch feststellbar sind. Viele der ursprünglichen Namen sind im Laufe der Zeit, besonders aber nach der Separation verloren gegangen.

 

1.Angerhaus.

Name wird im Jahre 1654 anläßlich der Kirchenvisitation erwähnt.
Vermutlich eins der Häuser 21 oder 22.


2.Armenhaus.

Bei der Separation wurde die breite Viehtrift am Dohnauer Wege erheblich verschmälert, weil eine Beweidung der Trift von nun an nicht mehr stattfand. Die dadurch gewonnenen Flächen wurden den anliegenden Gütern zugeteilt. Damit war auch das Amt des Gemeindehirten überflüssig geworden, und aus dem Hirtenhaus wurde das Armenhaus. Es stand da, wo sich heute das neue Spritzenhaus der Gemeinde befindet.

 

3.Arrestzelle.

Beim Bau des neuen Spritzenhauses wurde auch eine Zelle für Landstreicher und Sträflinge eingebaut. Diese wurden dort solange verwahrt, bis ihre Einlieferung in das zuständige Gefängnis erfolgen konnte.

 

4. Aue.

Anderer Name für Niederfeld Siehe dort.

 

5. Bauerseite.

Name für den Weg, welcher an der Ostseite des früheren Dorfangers vor den dortigen Bauerngütern Nr. 23, 24, 28 entlang führte. Auch das frühere Lehngut Nr. 30 gehörte dazu.

 

6. Bauerfelder.

Name für die bäuerlichen Ackerflächen hinter den vorgenannten Dienstgütern.

 

7. Bittnerbergel.

Steil abfallen er Weg von der Dorfstraße nach Südosten zur Bauerseite, beginnend bei Bittners Haus Nr. 31. Bei den kleineren Kindern im Winter als günstiger Ort des Schlittenfahrens sehr beliebt.

 

8. Boden.

Ca. 80 Morgen große, sehr fruchtbare Ackerfläche des Dominiums zwischen dem Gutspark, dem Mühlgraben, dem Grenzgraben und dem Riemberger Wege. Da die Fläche ziemlich feucht ist, könnte sie den Grund eines früheren dort befindlichen Teiches gebildet haben.

 

9. Brauerei.

Name für das Vorwerksgebäude des Dominiums in der Mitte des Dorfes. In diesem Vorwerk wurde früher die Brau- und Brenngerechtigkeit des herrschaftlichen Gutes ausgeübt und ein Teil der hergestellten Getränke im Ausschank verkauft. Die Brauerei war dann meistens an Gastwirte verpachtet. Letzte Pächter waren Dietze und Beer. Die Brauerei" hieß im Volksmund die Bräuerei.

 

10. Bräuerfeld.

Nach der Auseinandersetzung zwischen Gemeinde und Rittergut im Jahre 1824 erhielt das Dominium eine geschlossene Ackerfläche von ca. 300 Morgen zugeteilt, welche sich von der Brauerei aus nach Osten bis zur Neiße ausdehnte. Der erste Teil dieser Fläche gleich hinter dem Vorwerk bis zum Graben und Schriemweg hieß das Bräuerfeld, weil es ständig an den jeweiligen ]Wächter der Brauerei vergeben war.

 

11. Brendlergut.

Nach dem früheren langjährigen Besitzer auch Schubertgut genannt. Früheres Dienstgut Nr. 23, von zuletzt rund 90 Morgen Größe. Es wurde nach dem 1. Weltkrieg von dem Gärtnereibesitzer Max Brendler aus Zittau erworben. Er betrieb nun den Gemüsebau im großen, insbesondere den Anbau von Weiß- und Rotkohl, Blumenkohl und Gurken. Er legte auch die 1. Beregnungsanlage in Kroitsch an und wurde später Reichssieger im Gemüsebau.

 

12. Crayner Brücke.

An dieser Stelle befand sich früher nur eine Furt. Um 1900 wurde da eine Holzbrücke gebaut, die aber immer hochwassergefährdet war. Deshalb ersetzte man sie im Jahre 1912 durch eine steinerne Brücke. (Siehe auch "Schwarze Brücke").

 

13. Crayner Schriemweg.

Fußweg von Kroitsch nach Crayn, der den weiten Bogen des Crayner Weges auf dessen südlicher Seite abschnitt und ihn damit wesentlich verkürzte. Er diente in der Hauptsache als Kirchweg für die Nieder-Crayner Kirchgänger.

 

14. Crayner Weg.

Etwa 3 km langer Fahrweg nach Nieder﷓Crayn, von dem aus in der Biegung der Weg nach Ober-Crayn abzweigte.

 

15. Demokratenacker.

Dieser Acker wurde so genannt, weil sich nach dem 1. Weltkriege besonders die Deutsch-Demokratische Volkspartei für die Zuteilung von Ackerland an die Kleinlandwirte in unseren Dörfern einsetzte. Die Abgabe erfolgte in Kroitsch durch das Rittergut an der Katzbach. Siehe auch Siedlungsacker.

 

16. Dohnauer Brücke.

Hochgewölbte Holzbrücke über die Katzbach im Zuge des Dohnauer Weges. Früher war an dieser Stelle nur eine Furt, wie auf dem Messtischblatt noch zu erkennen ist. Rechts neben der Brücke ging ein Holzsteg für die Fußgänger über die Katzbach.

 

17. Dohnauer Weg.

Fahrweg nach der Dohnauer Mühle, wo sich der Weg teilt in die Richtung nach Dohnau, Groß-Jänowitz und Kolonie Schönau.

 

18. Dominium.

Altes herrschaftliches Gut der Herzöge von Liegnitz, welches vermutlich schon lange vor 1255 bestand. Es war an Adelsfamilien der Landschaft verlehnt und ab 1399 auch an Liegnitzer Bürger. Die Karthäuser Mönche besaßen es von 1433 - 1547. Der Herzog belehnte die Inhaber auch mit seinen grundherrlichen Rechten, so mit der Gerichtsbarkeit dem Jagd- und Fischereirecht. dem Mahlrecht und dem Patronat über die Kirche. Das Gut umfasste früher ca. 8 Hufen (rund 800 Morgen), wovon 3 Hufen verlehnt waren. Bei der Separation wuchs die Fläche auf rund 266 1/4 ha = rd. 1065 Morgen, weil die Pflichten der 15 Dienstgüter zum Teil in Land abgegolten werden mussten. Das Patronat wurde um 1930 durch Hergabe von 45 Morgen Ackerland an der Neiße an die Kirche abgetreten.

 

19. Döhringgut.

Dieses Dienstgut war sehr lange Zeit im Besitze der Familie Döhring (Nr. 28). Zuletzt noch ca. 48 Morgen.

 

20. Erbscholtisei.

Lehngut Nr. 1 mit dem Gerichtskretscham, welches lastenfrei war. Schon 1255 und 1304 urkundlich erwähnt. Der Erbscholz war einer der beiden Lokatoren. Sein Amt vererbte sich in der Familie oder wurde im Verkaufsfalle neu verlehnt. Mit der Zeit verlor der Erbscholz mancherlei Rechte. Lange Jahre war die Scholtisei im Besitze der Familie Münster, bis sie von der Familie Walter erworben wurde.

 

21. Erlengrund.

Name des Flurstücks hinter dem Pfarrbusch vor dem Wehr. Vor dem Erlengrund lag die Schweinekoppel des Dominiums.

 

22. Erlicht.

Sumpfiges Flurstück am Stadtstieg beim Dominialacker.

 

23. Ernstgut.

Früheres Dienstgut Nr. 57, das lange Zeit im Besitz der Familie Ernst, war. Später wurde es separiert. Das Land ging in einzelnen Parzellen an andere Besitzer über. Das Haus ging an die Familie Ernst Seiffert Nr. 59 über. Heute soll das Haus nicht mehr vorhanden sein.

 

24. Fiebig (Viebig).

Anderer Name für den Dohnauer Weg. Dieser Weg war früher wesentlich breiter und diente als Viehtrift, auf der das Vieh vom 15. Mai bis Anfang Oktober gemeinschaftlich gehütet wurde. (Allmende). Zur Allmende gehörte auch gemeinschaftlicher Wald, die Sandgruben und der Dorfanger. Die Allmende wurde bei der Separation aufgeteilt.

 

25. Finkenbusch.

Name des Buschs vor dem Pfarrbusch an der Katzbach vor der Brücke nach Crayn.

 

26. Flöte.

Kleines Bächlein, das auf den Höhen hinter dem Hasenbusch entspringt. Nachdem es die Wiesenaue (Postwiesen) durchquert hat, fließt es bei den Häusern Nr. 39 b und 72 unter der Dorfstraße hindurch nach Südosten, bis es in die Katzbach mündet. (Flöte = Flüte = Flut).

 

27. Flutgraben.

Bildet sich aus verschiedenen Quellen im Kroitscher und Wildschützer Niederfelde und mündet schließlich bei Schmochwitz in die Katzbach.

 

28. Freigut.

Name für das frühere Dienstgut Nr. 17. Die Besitzer dieses Gutes haben sich schon früh von den Diensten und Lasten freigekauft. Seit ca. 1530 soll die Familie Walter im Besitze dieses Gutes gewesen sein und sie soll von Tirol aus hierher gekommen sein, von wo sie wegen ihres Glaubens vertrieben wurde.

 

29. Gärtnerei.

Überwiegend für den eigenen Bedarf betrieb die Gutsverwaltung eine Gärtnerei. Der Gärtner hatte auch dort seine Wohnung. Auch die Familie Walter hatte eine kleine Gärtnerei im Hause Nr. 24.

 

30. Gemeindehaus.

Auf eigenem Grundstück hinter dem Armenhaus erbaute die Gemeinde im Jahre 1925 ein massives Wohnhaus mit 5 Wohnungen und einer Werkstatt. Die Lasten und Zinsen für den Neubau wurden voll aus der eingehenden Miete gedeckt. Mit dem Jahre 1940 war das Haus schuldenfrei, und die Einnahmen von rd. 2000 M. kamen dem Gemeindehaushalt voll zugute.

 

31. Gemeindeteich.

Rest des alten großen Dorfteiches auf dem Anger vor dem Hause Nr. 59. Der Teich wurde 1928 zu einem Feuerlöschteich ausgebaut.

 

32. Görlitzgut.

Früheres Dienstgut Nr. 64. Die Familie Görlitz konnte das Gut nicht halten und musste es um 1900 verkaufen. Es wurde dann zur Apotheke des Dorfes ausgebaut. Die obere Wohnung wurde Arztwohnung. Der zugehörige Acker wurde geteilt und an die Besitzer des Dorfes verkauft. Heute wird das Gebäude als Schule genutzt. Zu diesem Gut kam später der Lehnacker von Nr. 30.

 

33. Grenzgraben.

Das Bächlein kommt von der Hochfläche an der Riemberger Gemarkungsgrenze, durchfließt den Talgrund hinter dem Kätzberg und erweitert sich nach Überschreiten der Straße nach Riemberg zum Grenzgraben, bis es beim Wehr in die Katzbach mündet.

 

34. Griegers Restgut.

Rest des aufgelösten Dienstgutes Nr. 36, das früher links des Dohnauer Weges bis zur Neiße seine Äcker hatte. Es gehörte früher der Familie Walter, zuletzt Wilhelm Walter, und wurde als Restgut an den Bauern Hermann Grieger verkauft. Ein großer Teil wurde von Dohnauer Bauern angekauft. Zuletzt ca. 36. Morgen.

 

35. Großmutterschleppe.

Alter Flussarm zwischen Katzbach und Neiße , der ungefähr bei der Kol. Schönau begann und bis zur späteren Neißemündung führte (beim Denkmal). Um 1900 wurden die Flussläufe zwar durch Deiche abgesichert, jedoch bricht bei größeren Hochwässern die Neiße immer wieder durch, wie zu Großmutters Zeiten. Sie richtet dann großen Schaden an, zuletzt im Oktober 1930.

 

36. Grüttnergut.

Früheres Dienstgut Nr. 44. Es gehörte früher der Familie Großknecht, um dann durch Einheirat an Julius Hapel und Bruno Grüttner überzugehen. 1928 kaufte es dann Willi Schnitzer aus Waldau. Siehe auch Hapelgut. Zuletzt 216 Morgen.

 

37. Grüttnerteich.

Kleine Teichfläche nördlich des Gutes mit Wiesen und Wäldchen. Wurde als Viehweide genutzt.

 

38. Gruftbusch.

Kleiner Busch am Westhange des Kätzberges, aus Mischwald bestehend. Dort ließ sich Julius Enger auf halber Höhe eine Gruft erbauen (1910), in der er auch 1912 beigesetzt wurde. Auch sein Sohn und dessen Frau wurden dort 1945/46 bestattet.

 

39. Grund, im Grunde.

Bezeichnung für die Acker- und Wiesenflächen beiderseits der Flöte hinter dem früheren Rungegut.

 

40. Guttümpel.

Das Bächlein, das vom Kirchborn (Bittnerberg) kam und zum Mühlgraben floss, wurde auf der Bauernseite angestaut. Der Guttümpel diente früher zur Versorgung der Bauerngüter auf der Bauernseite mit dem erforderlichen Wirtschaftswasser.

 

41. Halbe Hufe.

Bezeichnung für die 50 Morgen große Ackerfläche, die früher zum Görlitzgut gehörte. Bei der Zerteilung dieses Gutes, vergab man die halbe Hufe, die Julius Hapel kaufte. Ein Teil der Fläche war Separieracker.

 

42. Hasenbusch.

Kleines Wäldchen an der nordwestlichen Gemarkungsgrenze. Es wird von der Flöte durchflossen, welche aus der Rothbrünniger Hochfläche kommt. Früher kamen dort viel wilde Kaninchen vor.

 

43. Hapelgut.

Siehe Grüttnergut.

 

44. Heydrichgut.

Eines der alten Dienstgüter, dessen Lage nicht mehr zu ermitteln ist. Ob die Besitzer mit den 1465, 1484 erwähnten Jorge, Stenzel und Barbara Heydenreich identisch sind, konnte nicht festgestellt werden.

 

45. Hindemithgut.

Früheres Dienstgut Nr. 42. Es wurde im vorigen Jahrhundert separiert. Der größte Teil des Ackers kam an das Grüttnergut. (Nr. 44)

 

46. Hirtenhaus.

Stand am Eingang des Dohnauer Weges, der früher Viehtrift war. Nach der Separation als Armenhaus verwendet. (Siehe dort).

 

47. Hochfeld.

Hochseite. Name der Äcker auf der Westseite der Gemarkung. Dieses Feld lag ungefähr 20 Meter über dem Dorfe. Die Hochlage entstand am Ende der Eiszeiten durch Ablagerung von Schotter und Sand, die durch Lößlehm überlagert wurden.

 

48. Hofeacker.

Bezeichnung für die Äcker des herrschaftlichen Hofes.

 

49. Hofeteich.

Teich am Schloss. Wohl letzter Rest des früheren Burggrabens, denn das Schloss war früher eine Wasserburg.

 

50. Hübnergut.

Früheres Dienstgut von Oskar Kasper, dessen Vorgänger die Bauern Hübner und Otto Grau waren. Zuletzt ca. 76 - 78 Morgen.

 

51. Jungfergut.

Früheres Dienstgut Nr. 37, zuletzt im Besitze von Reinhold Lissel. Vorher war lange Zeit die Familie Jungfer im Besitze desselben. Zuletzt 90 Morgen.

 

52. Kählgut.

Früheres Dienstgut Nr. 41, das vorher lange Zeit im Besitz der Familie Kähl war. Die Nachkommen lebten dann in Prinkendorf. Sie verkauften, weil 1910 das Gutshaus abbrannte.

 

53. Käserei.

Frühere Molkerei des Dominiums, die aus der überschüssigen Milch in der Hauptsache Käse herstellte. Letzter Verwalter war Hermann Heß.

 

54. Kaspers Wiese.

Hinter Walters Wiesen gegenüber der Post hatte der Gutsbesitzer Kasper eine größere Wiese.

 

55. Katzbach.

89 km langer Nebenfluss der Oder. Der Name scheint aus der germanischen Zeit zu stammen, chatissa, denn chat bedeutete Wald. Die Endung bedeutete Bach oder Fluss (Issa, isa). Also Katzbach = Waldbach. Der Name kann aus der früheren Heimat der Siedler (Hessen) mitgebracht sein. (Katzbach ist ein Nebenfluss der Werra). Der Fluss wurde um 1905 reguliert. Damit wurde der Fluss wesentlich verkürzt, indem zahlreiche Bögen abgeschnitten wurden. Dadurch ging aber der frühere Reichtum an Fischen und Krebsen stark zurück, weil die Schlupfwinkel fehlten. Auch die Errichtung des Bergwerks Haasel übte einen schädigenden Einfluss aus, denn die stark verschmutzten Abwässer wurden durch den Prausnitzbach in die Katzbach abgeleitet.

 

56. Kätzberg.

Kleine bewaldete 180 m hohe Erhebung über dem Katzbachtal an der Riemberger Grenze. Gruft von Julius Enger. Siehe auch Gruftbusch. Der Name könnte vielleicht Berg über der Katzbach bedeuten, doch ist es auch möglich, dass der Berg ursprünglich Ketzerberg hieß nach dem ausgedehnten illyrischen Urnenfriedhof, der in den Jahren 1781, 1896 und 1906 aufgedeckt wurde.

 

57. Kaviartöppel.

Kleine Waldwiese Über der Neiße bei der Kolonie Schönau.

 

58. Kiefernbusch.

Anderer Name für den Gruftbusch; nach den dort nach 1906 neu angepflanzten Kiefern.

 

59. Kirchberg.

Hügel in der Dorfmitte, auf dessen höchster Stelle die Kirche steht. Am hohen Rande der Dorfstraße steht dort ein Denkstein, der 1913 zur hundertjährigen Wiederkehr der Schlacht an der Katzbach errichtet wurde.

 

60. Kirchbrunnen (Kirchborn).

Starke Quelle am Bittnerberg mit sehr gutem Quellwasser, Früherer Dorfbrunnen, dessen Brunnenhäuschen im Jahre 1910 beseitigt wurde.

 

61. Kirche.

Alte Dorfkirche, die vermutlich in ihren Anfängen auf die Zeit um 1280 zurückgeht. Der Turm könnte ein alter Wachtturm sein, der vielleicht Wehrzwecken gedient haben könnte. Die Kirche wurde wahrscheinlich nach den Hussitenkämpfen neu erbaut und brannte 1642 erneut zum Teil ab. Um 1660 erneuert und erweitert (Grenzkirche).

 

62. Kirchschreiberhaus.

Älterer Name für die Schule. So genannt, weil früher der Lehrer in der Hauptsache Kirchsehreiber war. Das Haus brannte 1642 ab, und es mussten die Kinder längere Zeit in einem Angerhaus unterrichtet werden, bis die Schule wieder aufgebaut werden konnte.

 

63. Kirchgasse.

Kleine Verbindungsgasse von Kirche und Schule zur Bauerseite. Erleichterte den dortigen Leuten den Kirchgang.

 

64. Kirchweg.

Diente den Craynern als Abkürzungsweg zur Kirche. (Siehe auch Crayner Schriemweg). Auch der Riemberger Schriemweg war ein Abkürzungsweg für die dortigen Kirchgänger.

 

65. Kroitsch.

Unser Ortsname geht auf einen altslawischen Namen chrost zurück.

Aus der Mehrzahl dieses Wortes chrosty dürfte der Ortsname entstanden sein. Das Wort bedeutet Gestrüpp, Reisig, Gehölz, Kroitsch wird also der Ort an oder in einem Gehölz- oder Waldverhau gewesen sein. Überlieferte Namensformen:

1255 Crotoziz
1301 Crothosicz
1304 Crochositz
1314 Crotschicz
1316 Croczie                als Familienname
1317 Crotschicz                als Familienname
1317 Croczicz               als Familienname
1324 Croczicz                als Familienname
1335 Crotzicz
1363 Crochicz
1414 Kroitschütz
1464 Grotschitz
1484 Groschitz und Grotschitz

Ab 1500 tritt der Name immer in der hochdeutschen Form Kroitsch auf. Die mundartliche Form ist stets Krootsch gewesen. Latinisiert heißt unser Ort in Urkunden Chrototiane. Die heutige polnische Schreibweise ist Krotoczyce,

 

66. Küsteracker.

Acker des Kirchschreibers. Nach der Separation lag der Acker am Beginn des Dohnauer Weges an der Nordseite.

 

67. Laasniger Schriemweg.

Zweigte hinter der Katzbachbrücke vom Wege nach dem Wehr in südlicher Richtung ab und führte über Laasnig, Seichau, Willmannsdorf, Pombsen über Schönau bis nach Rudelsdorf bei Merzdorf. Aus diesem Orte kamen nach 1654 die evangelischen Gläubigen in die Kroitscher Kirche, als ihre Kirche am Orte für den evangelischen Gottesdienst geschlossen wurde. Sie folgten ihrem vertriebenen Pastor und wohnten an den Feiertagen dem Kroitscher Gottesdienst bei. Sie hatten dabei einen Fußweg von rd. 80 km hin und zurück zu gehen.

 

68. Läuselinde.

Frühere große, alte Linde am Wege von Kroitsch nach Riemberg am linken Wegrande gegenüber der alten Schulsandgrube. Der Name kann so erklärt werden:

1.        zu althochdeutsch luz = lauern, lauschen, lugen. Von der Linde aus hatte man einen weiten Überblick über die Gegend.

2.        zu luz = verstecken. Als Erinnerung an versteckte Schätze und die heidnische Begräbnisstätte am Kätzberg.

3.        zu laus, platt los = Abzugsgraben. Ehe der Grenzgraben eingedeicht wurde, war das Gelände weithin feucht und sumpfig und stand häufig unter Wasser. Daran erinnert noch das Wort Lusche. Läuselinde könnte also eine Entstellung aus Luschelinde gewesen sein. Verwandt dazu sind die Namen Lauscha, Lausitz und andere.

 

69. Leichenhalle.

Beim Umbau des alten Armenhauses wurde in das neue Spritzenhaus auch eine Leichenhalle eingebaut, die für die ärmere Bevölkerung dringend nötig war.

 

70. Märchenteich.

Sumpfiger Teichgrund hinter dem Wehr. Dort gab es viele Frösche. Falls der Name neu ist, vielleicht eine Erinnerung an das Märchen vom Froschkönig. Wahrscheinlicher ist aber die Herkunft von mar = Sumpfgelände oder von mark = Grenze.

 

71. Mittelgraben.

Abzugsgraben, der das Wasser der Quelle hinter Nr. 60 erfasste, dann hinter der Brauerei entlang lief und bei dem Hause Nr. 30 abbog, um in die Flöte zu münden.

 

72. Marquartgut.

Früheres Dienstgut, dessen Lage nicht mehr zu ermitteln ist. 1454 ist Hans Marquart Inhaber dieses Gutes.

 

73. Mühle.

Alte Wassermühle, die schon um 1300 erstmals urkundlich erwähnt wird. Bis 1820 bestand Mahlzwang für die Kroitscher und Wildschützer Einwohner, der mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Fortfall kam.

 

74. Mühlgasse.

Abzweigung von der Dorfstraße beim Grundstück Nr. 16 in südöstlicher Richtung bis zur Mühle, wo der Weg aufhört. (Sackgasse)

 

75. Mühlgraben.

Zweigte beim Katzbachwehr ab, floss durch das Gutsgelände und trieb danach die Mühle. Das Mühlgrabenwasser wurde durch den Abfluss des Guttümpels verstärkt. Der Mühlgraben mündet ungefähr gegenüber der Kolonie Schönau in die Katzbach.

 

76. Münstergut.

Früheres Dienstgut Nr. 39. Es war lange Zeit im Besitze der Familie Münster. Wegen großer Verschuldung musste das Gut im Jahre 1910 aufgegeben werden. Der Acker wurde in einzelnen Parzellen verkauft. Ein Rest mit einigen Gebäuden bildete das Gräbell' sche Restgut Nr. 39 (Größe 38 Morgen.)

 

77. Neiße, Wütende Neiße.

37 km langer Nebenfluss der Katzbach, der am Großen Hau bei Kunzendorf entspringt, in weitem Bogen über Jauer und Brechelshof fließt und beim Berghaus in die Katzbach mündet. Der Name ist vermutlich vorgermanischer oder germanischer Herkunft. Zu Na- issa = schnellfließender Fluss. Altslaw: nizu.

 

78. Neißefeld.

Großes Flurstück rechts des Weges nach der Schwarzen Brücke. Gehörte zum Dominium.

 

79. Neugarten.

Neu angelegter Teil des Parks am Mühlgraben.

 

80. Niederfeld, auch Aue.

Im Gegensatz zu den hohen Ackern im Westen des Dorfes lag das Niederfeld im fruchtbaren Flussgebiet der Katzbach und Neiße.

 

81. Niederschmiede.

Siehe Ullrichschmiede.

 

82. Notgraben.

Um Schädigungen der Mühle während der Hochwasserzeiten zu vermeiden, war kurz vor dem Wehr eine Schleuse im Mühlgraben eingebaut worden, durch die das überschüssige Wasser in südöstlicher Richtung wieder in die Katzbach zurückgeführt werden konnte.

 

83. Ochsenstücke.

Zwei kleine Ackerstücke der Gemeinde über der alten Sandgrube am Riemberger Wege. Die Nutzung dieser kleinen Ackerflächen hatte der jeweilige Halter des Gemeindebullen.

 

84. Pappelgewende.

Name für das Flurstück am Neißefeld auf den Crayner Schriemweg zu.

 

85. Patenstück.

Früheres Ackerstück an der Katzbach, welches früher einmal vom Besitzer des Gutes Nr. 23 an ein Kind des Besitzers von Nr. 19 als Patengeschenk gegeben wurde.

 

86. Patronatsacker.

Um 1930 wurde das Patronatsrecht, welches bisher allein dem Gutsherrn zustand, gegen Hergabe von rd. 45 Morgen Acker an der Neiße der Kirche übertragen. Der Acker wurde von der Kirche in einzelnen Parzellen an Gemeindeglieder verpachtet. Die letzten Pächter waren: Ernst Seiffert, Georg Lehnert, Ida Adler, Richard Geister, Gustav Radeck, Richard Möschner, Hermann Riemer, Paul Heinrich und Oskar Kasper.

 

87. Pestwege.

In den schlimmen Zeiten der Pest und anderer Epidemien, besonders in den Jahren 1315, 1350, 1483, 1553, 1633 und 1656 mussten die Toten auf den schmalen Wegen beiderseits der Dorflage zum Friedhof gebracht werden, um die Ansteckungsgefahr zu mindern. Um eine Einschleppung aus anderen Orten zu verhindern, wurde der Durchgangsverkehr für Fußgänger über die Pestwege geleitet, wozu besondere Wachen aufgestellt wurden. Der Pestweg auf der Ostseite wurde aber schon bald nicht mehr benutzt, weil er in feuchten Jahren kaum benutzbar war, ist aber auf dem Messtischblatt noch eingezeichnet.

 

88. Pfarracker.

Bei der Gründung des Dorfes besaß die Pfarre 1 Hufe Pfarracker in Kroitsch und 1 Hufe in Wildschütz. Später sind nur noch anderthalb Hufe in Kroitsch nachgewiesen, also rund 150 Morgen Land. In alten Zeiten bewirtschaftete der Pfarrer selber das Land oder ließ es durch seine Leute bewirtschaften. Deshalb bekam der Pfarrherr ursprünglich keine Besoldung, sondern nur die Akzidentien. Das wurde aber schon bald geändert, weil der Pfarrer nur wenig Zeit hatte, sich um den Acker zu kümmern. Das Land wurde verpachtet, und aus dem Pachtertrag der Pfarrer besoldet.

 

89. Pfarrbusch.

Kleiner Busch an der Katzbach in Richtung auf das Wehr. Er gehörte mit zu den Nutzungen des Pfarrers. 6 Morgen groß.

 

90. Pfarrgasse.

Weg zum Pfarracker, welcher zwischen Möschner und dem Pfarrgut nach Westen zu den Äckern führte.

 

91. Pfarrgarten.

Großer Gras- und Gemüsegarten südlich des Pfarrhauses. Nutzung hatte ursprünglich nur der Pfarrer.

 

92. Pfarrhaus.

Wohn- und Diensthaus des Pfarrers. Das alte Pfarrhaus brannte 1642 ab. Das heutige Pfarrhaus stammt aus der Zeit um 1750.

 

93. Pfarrsiedlung.

In den Jahren 1937/38 wurde von dem Pfarracker gegen Erbpacht 4 Siedlern zum Bau eines Hauses mit Garten Land zur Verfügung gestellt. Die Erbauer der Häuser waren Fritz Rohrbach, Ernst Block, Hermann Unger und Fritz Riedel.

 

94. Pfarrwidemuth.

Bezeichnung für das gesamte Grundeigentum der Pfarre.

 

95. Postweg.

Name für den Feldweg, der über die Felder zum Putzberg führte.

 

Die Postagentur

 

Bis zum Jahre 1886 wurde die eingehende Post mit dem Fuhrwerk vom Postamt Liegnitz abgeholt. Das besorgte zuletzt der Gastwirt Ernst Weinhold im Hause Nr. 43, der eigens für diesen Zweck ein Pferd hielt. Bei dem vorhergeschilderten wirtschaftlichen Aufschwung der Betriebe in Kroitsch konnte es nicht ausbleiben, dass auch in Kroitsch eine Postagentur eingerichtet wurde. Das erfolgte im Jahre 1886 im Hause 39 b. Der erste Postagent hieß Kliche. 1912 wurde die Agentur in das geräumigere Haus Nr. 38 verlegt. Dieses gehörte Ludwig Ohnesorge, welcher auch die Agentur übernah. Außer dem Postagenten waren vor dem 1. Weltkriege noch Briefträger als Beamte angestellt, die später dann Postschaffner hießen. Die ersten waren August Raschke und Gustav Kernig. Als Raschke in den Ruhestand getreten war, wurde er durch Paul Sieber ersetzt. Nachdem auch Kernig pensioniert worden war, trat an seine Stelle Paul Kunte, der aber aus dem Kriege nicht zurückkehrte. Für ihn kam Kurt Paschke. Nach dem 1. Weltkriege wurden die Postschaffner nach und nach durch die Postfacharbeiter ersetzt, die dieselben Funktionen hatten, aber nicht beamtet waren. Solche waren Erich Ernst und Walter Knoll. Nachdem auch Sieber in Pension gegangen war, wurde sein Nachfolger Max Zobel aus Wildschütz. Im 2. Weltkrieg 1942 trat dann noch Richard Beer in den Postdienst ein. Die Briefträger hatten mit dem Handkarren die abgehende Post zum Frühzuge nach dem Bahnhof zu bringen und dafür die ankommende Post mit nach Kroitsch zu nehmen. Das gleiche geschah auch zum Zuge um zwei Uhr und zum Abendzuge. Die ankommende Post wurde frühmorgens sofort sortiert und dann in zwei Touren auf die einzelnen Dörfer verteilt; die eine führte über den Südteil von Kroitsch nach Crayn und Weinberg, die andere über den Nordteil und Wildschütz nach Dohnau und Klein-Schweinitz, wobei die Briefträger aus Zeitgründen das Fahrrad benutzen mußten. Bei sehr schlechtem Wetter musste auch zu Fuß ausgetragen werden. Lag im Winter hoher Schnee oder waren viele Pakete zuzustellen, wurde unter Umständen ein Pferdeschlitten eingesetzt, was besonders in der Weihnachtszeit der Fall war. Im ganzen gesehen war dieser Postdienst ein schwerer Beruf für wenig Geld, denn der Dienst dauerte oft zehn Stunden und auch darüber. Im Jahre 1921 wurde Hermann Anders Postagent. Er versah seinen Dienst bis zum Jahre .1945. In der ersten Zeit des Fernsprechdienstes wurden die Gespräche über eine Morseleitung telegraphisch nach Liegnitz übermittelt. Später wurden dann Telefonistinnen als Vermittler eingesetzt. Zuerst war es Fräulein Seliger, dann Fräulein Martha Röhmer, Martha Aurich und Elfriede Arlt vorübergehend. Das ging bis zum Jahre 1924. Von da an wurde die Selbstvermittlung eingeführt. Dazu wurde ein Anbau an der Südseite des Hauses Nr. 38 errichtet, der das Selbstvermittlungsamt aufnahm. Weil aber der Untergrund feucht war, stellte man den Anbau auf Füße, damit ständig frische Luft unter dem Amt durchstreichen konnte. Trotz dieser Vorsicht musste das Amt ständig bei einer gewissen Temperatur gehalten werden, was eine ständige Heizung erforderlich machte. Das Selbstvermittlungsamt hatte zuletzt ca. 400 Anschlüsse. Überwacht wurden das Amt und seine vielen Anschlüsse durch den Telegraphen-Leitungsaufseher Paul Gregor, dem auch die Außenleitungen unterstanden, die er im Bedarfsfalle auch reparieren musste. Kurz vor dem 2. Weltkriege ging man an die Verkabelung der Leitungen, wodurch viele Störungen vermieden wurden. Gregor erhielt eine Wohnung in dem neu erbauten Gemeindehaus. Leider wurde er 1945 von den Russen verschleppt und ist seitdem vermisst.

 

 

96. Postwiesen.

Etwas sumpfige Wiesen am Laufe der Flöte westlich des Dorfes. Stammten vom Rungegut und waren zum Teile im Besitze des Walter' schen Gutes.

 

97. Putzberg.

Kleiner Hügel mit geringem Baumbestand am linken Katzbachufer gegenüber der Neißemündung. Der Hügel gehörte ursprünglich zum Münstergut Nr. 39, wurde aber 1910 an das Gut Nr. 37 veräußert. Der Name ist wahrscheinlich vorgermanisch und bedeutet bhusr = Wölbung, Hügel; wird Puutzberg gesprochen.

 

98. Riemberger Schriemweg.

Fußweg nach Riemberg, welcher von der Pfarrgasse nach Südostenabzweigt und in gerader Richtung über den Kätzberg nach Riemberg führte. War früher der Kirchweg für die Riemberger, als sie nach 1660 in Kroitsch zur Kirche gingen.

 

99. Riemberger Weg.

Fahrweg nach Riemberg, der am Dominium abzweigt und nach Westen läuft. Teil der uralten Straße von Liegnitz nach Goldberg.

 

100. Riemgasse.

Teil des Riemberger Fahrweges, der beim Hause Nr. 9 beginnt und bis zum Beginn des Pestweges führt.

 

101. Rössel.

Alter Straßengasthof am Südende des Dorfes. Hier machten früher die Holzfuhren aus dem Mönchswalde und die Kalkfuhren aus Haasel eine Einkehrpause, wobei die Fuhren oft in langer Reihe bis hinter die Katzbachfurt standen. Nach dem Ausbau der neuen Poststraße zwischen Liegnitz und Goldberg gegen 1750 auf der Hochfläche, ließ der Verkehr allmählich nach, und der Gasthof rentierte sich mit der Zeit nicht mehr. 1854 musste er schließen. Das Haus wurde vom Dominium erworben. Der letzte Gastwirt im Rössel war der Vater des Gastwirts Hoffmann in Wildschütz.

 

102. Rungeacker.

Name für die Ackerflächen hinter Lehnerts Wirtschaft am Wege neben der Flöte. Nach dem früheren Besitzer benannt.

 

103. Rungegut.

Heute nicht mehr vorhandenes Dienstgut Nr. 50, welches an der Ecke zwischen Dorfstraße und Flötenweg lag. Die zugehörigen Häuser wurden abgebrochen und an die Kroitscher Besitzer verkauft.

 

104. Sandgrube.

Gemeindesandgrube hinter dem Seidelberg, welche meterhohe Ablagerungen der letzten Eiszeit enthielt. (Moränen)

 

105. Sandgrube, Alte

Vor den Ochsenstücken am Riemberger Weg. Wurde nach dem 1. Weltkrieg Spielplatz der Schule.

 

106. Säubergel.

Kleine Erhöhung an der Abzweigung des Fahrweges nach Riemberg. War früher eingefriedigt und diente als Schweinesuhle. Am Säubergel stand ein Denkstein, der wohl an einen der Kriege von 1618/48 oder 1756/63 erinnern sollte. Die am Stein befindlichen Jahreszahlen waren unleserlich. An dieser Stelle wurde der Landwirt Josef Tischler beerdigt, nachdem er von den Russen erschlagen worden war.

 

107. Schloss.

Das Schloss war früher eine rings von Wasserflächen umgebene Wasserburg. Neubau des Schlosses gegen 1600.

 

108. Schmochwitzer Schriemweg

Führte früher von der Kroitscher Mühle quer durch die Aue über die Wege von Kroitsch und Wildschütz nach Dohnau direkt nach Schmochwitz, und von da nach den Liegnitzer Vorwerken.

 

109. Schnippergasse.

Name für die an Riemers Wirtschaft Nr. 55 vorbeiführende Gasse, welche dann in den Feldweg auf den Acker des früheren Ernstgutes einmündete.

 

110. Schubertacker.

Name für die Ackerflächen zwischen dem Riemberger Wege und dem Pfarracker, welche früher zum Schubertgute Nr. 23 gehörten. Gegen 1910 wurden diese Flächen an Richard Geister, Oswald Adler, Paul Knoll und andere verkauft.

 

Schubertgut.

Früheres Dienstgut Nr. 23, das lange Zeit der Familie Schubert gehörte. Später wechselten die Besitzer sehr häufig. Es waren: Oberinspektor Schäfer in Crayn, Hoffmann, Schauß und zuletzt Max Brendler aus Zittau (Siehe Brendlergut.)

 

112. Schule.

Siehe  Kirchsehreiberhaus. Die alte Schule lag tiefer als die heutige und stand mit dem Giebel zur Straße. Die Schule wurde 1884 neu erbaut.

 

113. Schulacker.

Siehe Küsteracker.

 

114. Schwalbenschwanz.

Nach seiner Gestalt benanntes früheres Ackerstück des Gutes Nr. 19.

 

115. Schwarze Brücke.

Ursprüngliche Holzbrücke über die Katzbach im Zuge des Weges von Kroitsch nach Crayn. Als sie im Jahre 1912 abgebrochen wurde, kaufte das Holz der Rittergutsbesitzer Ferdinand Enger, setzte die Holzteile instand und ließ sie mit Karbolineum schwarz streichen. Er baute sie als Dominialbrücke über die Neiße wieder auf. Dadurch konnten die Neißewiesen auch bei hohem Wasserstand erreicht werden.

 

116. Seidelberg.

Steiler Weg, der von der Dorfstraße nach Westen zur Gemeindesandgrube aufwärts führte. Nach dem Besitzer des Hauses Nr.48 genannt.

 

117. Separieracker.

Bei der Separierung vermessene Kleinäcker für die kleinen Besitzer, und zwar. 1. nördlich des Riemberger Weges, 2. nördlich des Dohnauer Weges und 3. am Wege zwischen Tietze und Schnitzer auf der halben Hufe.

 

118. Siedlungsacker.

Nach dem 1. Weltkriege vom Rittergut abgegebener Acker, der zur Aufstockung der Wirtschaftsfläche kleiner Besitzer diente. Jeder Käufer erhielt rd. 2 Morgen. Die Käufer waren: Paul Fiebig, Paul Elsner, Otto Tietze, Hermann Riemer, Richard Geister und Richard Möschner. Der Acker lag diesseits der Katzbach.

 

119. Sportplatz.

Nach dem 1. Weltkriege angelegter Platz durch den Sportverein Wildschütz. Das erforderliche Land wurde von dem Bauern Willi Schnitzer pachtweise abgegeben und lag östlich der Molkerei.

 

120. Spritzenhaus.

Das alte Spritzenhaus lag zwischen dem Gute Nr. 17 und dem Wege zur Mühle. Das neue Spritzenhaus wurde 1928 anstelle des alten Armenhauses erbaut.

 

121. Stadtstieg.

Früher mussten die kleinen Leute, welche kein Fuhrwerk hatten, zu Fuß nach Liegnitz gehen, um dort ihre wichtigen Angelegenheiten zu regeln. Sie benutzten dabei den Weg, der unter Schmochwitzer Schriemweg schon beschrieben ist, bogen jedoch südlich von Schimmelwitz in, den Weg nach diesem Dorfe ein. Der Weg verlief durch Schimmelwitz gerade auf die Halbe Meile zu und auf der Heerstraße weiter nach Liegnitz. Die Breite dieses Weges war gesetzlich vorgeschrieben. Er musste so breit sein, dass man mit einer Radwer oder einem Handwagen bequem darauf fahren konnte. Dieser Weg ist uralt und kam schon von Haasel her über Seichau und Laasnig. Als nach der Jahrhundertwende die Fahrräder aufkamen, wurden die Schriemwege mit der Zeit überflüssig.

 

122. Studierstube.

Sie lag im Grunde des Bächleins hinter dem Kätzberg an der Riemberger Gemarkungsgrenze. Der Überlieferung nach sollen dort in der Einsamkeit die Kroitscher Pastoren ihre Predigt vorbereitet haben.

 

123. Ullrich-Schmiede.

Ursprünglich gab es in Kroitsch nur eine Schmiede. Mit der Einführung der Gewerbefreiheit und der Aufhebung des Zunftzwanges nach 1810 ließ sich dann hier ein zweiter Schmied nieder, vermutlich in dem später Ullrich-Schmiede genannten Betrieb im Hause Nr. 62. Diese Schmiede wurde auch Niederschmiede genannt, weil sie im Niederdorfe lag.

 

124. Vogeley.

Vorwerk des Rittergutes auf der Ostseite der Dorfstraße vor der Mühle. Dieser Hof war vermutlich der Geflügelhof des Gutes.

 

125. Vorwerk.

Zweites Vorwerk des Rittergutes mit ca. 300 Morgen Land zwischen der Brauerei und der Neiße.

 

126. Waltergut.

1. Freigut Nr. 17

2. Früheres Dienstgut Nr. 24. Wurde von der Familie Walter aufgekauft.

3. Gut des Wilhelm Walter, früheres Dienstgut Nr. 36.

 

127. Walzenmühle.

Nach dem Verkauf der Mühle durch den Müller Otto Pohl modernisierte sein Nachfolger Eugen Frömsdorf den Betrieb und ließ einige Walzenstühle aufstellen. Siehe auch Mühle.

 

128. Wehr.

Zunächst hölzernes, 1917 steinernes Wehr zur Anstauung und Speisung des Mühlgrabens.

 

129. Wehrwinkel.

Winkeliges Waldstück zwischen Mühlgraben, Katzbach und Notgraben gelegen.

 

130. Wiesengraben.

Grenzgraben zwischen Kroitsch und Wildschütz zwischen dem Grundstück Nr. 446 (Beer) und der Molkerei; fließt zur Katzbach.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

 ich würde gern etwas ergänzen

zurück zum Seitenanfang